Thema der Malerei von Maria Gilges ist der Mensch. Vorlagen für ihre Bilder sind Fotografien - aus Familienalben, aus Büchern oder aus der Zeitung. Unspektakuläre, alltägliche Aufnahmen, die durch die künstlerische Bearbeitung eine besondere Eindringlichkeit bekommen.
Das Foto ist nur Anstoß, Ähnlichkeit mit der Vorlage ist nicht beabsichtigt. Die Personen werden aus ihrem Kontext gelöst, manche verschwinden auch von der "Bildfläche". Die, die übrig bleiben, sind unscharf und schemenhaft dargestellt.
Die Gesichter sind nicht ausformuliert. Sie besitzen trotzdem einen starken Ausdruck und sind charakteristisch. Die Haltung ist oft unbewegt, abwartend, manchmal fragend.
Wer sind diese Menschen und was macht sie aus? Es geht um Identität, um das Verhältnis zu sich und zur Welt, um Beziehungen.
Die Bilder wirken fremdartig und zeigen zugleich Typisches. Bekanntes, an das der Betrachter anknüpfen kann. Die eigene Erfahrung spielt dabei eine wichtige Rolle.